Die erweiterte PD-Synthese der VZ-Serie

Die erweiterte PD-Synthese der VZ-Serie
Mit der VZ-Serie versuchte Casio den Erfolg der CZ-Reihe mit Hilfe der stark erweiterten iPD-Synthese (interactive Phase Distortion) neuen Schub zu geben. Die Erweiterungen des VZ sind für einen wesentlich verbesserten Klang gegenüber der CZ-Serie verantwortlich, wenngleich diese natürlich auch mit einer erschwerten Parameterisierung einhergehen.

Der 16-stimmige VZ-1 verfügt im Gegensatz zum CZ-1 pro Stimme über acht DCOs, die fünf verschiedene Wellenformen wie Sägezahn, Sinus und Rauschen erzeugen. Zwei Signalkreise sind jeweils achtmalig pro Stimme vorhanden und bilden quasi acht Lines, die über diverse Modi verknüpft werden können (Mix, Ring, Modulation, Lines, Cross). Man kann also von einem vierfachten CZ-1 sprechen. Der LFO des VZ-1 bietet die Wellenformen Rechteck, Dreieck und Sägezahn und kann nur zur Modulation der Tonhöhe eingesetzt werden.

Das maximal achtfach multitimbrale Gerät zeichnet sich durch ein grafikfähiges Display aus, mit dem eine komfotablere Bedienung möglich ist. Ferner werden Klangveränderungen in fünf verschiedenen Editbuffern gespeichert und können, ähnlich der CZ-Serie, bei Modifikationen abgerufen werden...
Beim VZ-8M handelt es sich quasi um einen reduzierten VZ-10 M in einem Rackgehäuse mit einer Höheneinheit. Die iPD-Synthese wurde hier von 16 auf acht Stimmen reduziert. Als Bonbon besitzt er drei verschiedene Modi die eine Anpassung an die Spielweisen von einem Keyboard, einer Gitarre oder einem Blasinstrument (z.B. dem Midi-Sax DH-100 oder DG-10) erlauben. Anstelle des grossen grafikfähigen Displays der grossen VZ's muss man allerdings mit einem 2-zeiligem 16-Zeichen-LC-Display auskommen.

Casios Vertriebspolitik mit dem kleinsten Gerät der CZ-Serie zu beginnen und sich schließlich mit seinen neuen Veröffentlichungen immer weiter in die Profi-Liga zu schrauben erscheint heute im Rückblick als unverständlich. Der Professional-Linie blieb der Erfolg leider verwehrt und wurde daraufhin eingestellt. Die PD-Synthese wäre gerade durch ihren teilweise analogen Klangcharakter in den Neunzigern sicherlich noch mal zur Höchstform aufgelaufen, hätte man diese Linie weiterverfolgt und z.B. Effekte eingebaut.